auf den Bäumen haben gestern in der Abendsonne gelbgrün geleuchtet.
Autor: Michael Moleiro
Privilegien
Sie halten also an Ihren Privilegien fest, obschon Sie gar keinen Gebrauch davon machen? – Ja, allein der Umstand, sie zu haben, ist Grund genug.
Furcht
ist rational. Angst ist irrational.
Worüber man sich aufregt
– ist manchmal von überwältigender Banalität.
Kreativität
ist ein passiver Prozess.
Meinung
– zu allem müsse man eine haben, sagte er und ich hatte keine Meinung dazu.
Berliner
-5 In einem kleinen Lebensmittelladen trat ich an die Theke und sagte: Einen Berliner bitte. Einen gewöhnlichen? fragte die Verkäuferin. Gibt es auch ungewöhnliche Berliner? fragte ich. Ja… meinte die Verkäuferin, es…
Chinesische Schriftzeichen
5 Wie chinesische Schriftzeichen, deren Bedeutung ich nicht kenne, erscheinen mir manchmal meine Gefühle. Mit viel Phantasie lege ich mir eine mögliche Bedeutung zurecht, aber ich ahne, dass ich damit ihren eigentlichen…
Raucherpause
-5 Der Arbeitskollege legt den Filter auf seine Unterlippe, wo er, wie von Geisterhand am Niederfallen gehindert, schwebt und sogar auf und ab zu hüpfen scheint, während der Arbeitskollege gedämpft spricht und…
Von der Trauer
zur Schönheit besteht eine stärkere Beziehung als umgekehrt, so sind beispielsweise traurige Filme oft in einem gewissen Sinne schön, während Schönheit nur selten Trauer hervorruft.
2H Bleistift
Kürzlich habe ich meinen grünen 2H Bleistift, den ich seit langem vermisste, wiedergefunden und ich habe mich sehr darüber gefreut. In Spanien wollte ich einen neuen 2H Bleistift kaufen, fand aber keinen,…
Musikalische Menschen
5 Stets habe ich grossen Respekt, fast Ehrfurcht, vor musikalischen Menschen empfunden. Mir scheint, dass alle ihre Handlungen und auch ihre Sprechweise ganz von Musikalität durchdrungen ist. Bevor sie etwas sagen, so…
Nur kurz verliess ich das Haus
5 – und als ich zurückkam, war die Welt verändert. Am Horizont sah ich die alte Welt verschwinden und alle meine bisherigen Sorgen erschienen mir auf einmal belanglos. Ich fragte mich, was…
Der Zufall
– man will ihm nichts überlassen und hofft dennoch, dass er günstig sein wird.
Das Angenehme am Altern ist
– dass die Selbstlügen immer ausgefeilter werden, bis man sie nicht mehr durchschaut und endlich sich selbst und somit an sich glaubt.
Nichts ist langweiliger
als ein Buch zu lesen, bei dem man bei jedem zweiten Satz, nachdem man ihn zur Hälfe gelesen hat, schon….
Es gibt gute Bücher
– die einen einzigen Makel haben und dies ist der schlimmste Makel überhaupt: Sie bestätigen meine Meinung.
Rasend schnell
machst du das jetzt! sagt der Vater zu seiner sechsjährigen Tochter und sie erwidert: So schnell wie der Rasen wächst?
Wo ein Wille ist, ist ein Weg
– soweit das subjektive Empfinden. Objektive Beurteilung: Es gab einen Weg und er fasste den Willen, ihn zu gehen.
Diese dünne Hülle
in die der Alltag alles packt – immer wieder durchbrechen, sie zerreissen, immer wieder das Wesentliche freilegen.
Loben
– wenn überhaupt, sollte man immer nur die Leistung einer bestimmten Person, niemals die Person selbst, denn so fällt es ihr leichter, das Lob nicht persönlich zu nehmen.
Kanalratte
– dieser Name soll sich einmal auf einer Passagierliste der ehemaligen Swissair befunden haben, sagte ein Renter zum anderen.
Da hätte ich auch selber drauf kommen können
– in den meisten Fällen leider ein Irrtum.
Swiss Market Index
– geträumt, dass er um fünf Prozent zulegt. Dieser Traum hat mich beschämt.