Seit meine Hoden weitgehend funktionsunfähig geworden sind, hat sich mein Sexleben völlig verändert. Ich bin seit mehr als 40 Jahren mit derselben Frau verheiratet und wir haben zwei Kinder. Wir hatten eine ausgezeichnete Beziehung und unsere Ehe war immer glücklich. Wir haben uns immer geliebt und geliebt, aber unser Sexleben war nicht das, was es sein könnte. Es gab keine Affären oder andere sexuelle Aktivitäten außerhalb unserer Ehe.
Seit meine Hoden weitgehend funktionsunfähig geworden sind, denke ich nicht mehr so oft daran, sie mir abzuschneiden, nicht wie früher, als sie unbeirrbar die Gameten produzierten (die notgedrungen veräussert werden mussten) und dabei äusserst empfindlich reagierten, sobald ich versuchte, ihnen die Flausen aus dem Kopf zu schlagen, ich spreche vom Kopf der Nebenhoden, durch den sich die unreifen Gameten schlängeln, um im Nebenhoden vollends heranzureifen, bis sie schliesslich über den Samenleiter austreten.
Vor etwa 10 Jahren bemerkte ich, dass ich Probleme mit dem Samenerguss hatte. Es dauerte länger, bis ich ejakulierte und die Menge an Sperma war viel geringer als früher. Ich dachte, es sei wegen des Alters oder vielleicht wegen Stress in meinem Leben. Aber ich merkte, dass es schlimmer wurde und ich nicht mehr so oft Sex hatte wie früher.
In den Etablissements empfing man mich mit viel Wärme – sogar im Sommer lief die Heizung – und ohne umständliche Courtoisie, von der mein Schulkamerad einst behauptet hatte, sie würde der Sache vorausgehen. Dafür hatte die Sache ihren Wert und ihren Preis. So sehr sich die Lunas, Janas und Danas auch abmühten, nur selten vermochten sie mir die Gameten zu entlocken.
Eines Tages beschloss ich, zum Arzt zu gehen und herauszufinden, was los war. Der Arzt untersuchte mich gründlich und stellte fest, dass ich an Hodenhochdruck leide. Er sagte mir, dass dies ein Problem ist, das bei Männern in meinem Alter häufig auftritt und er mir Medikamente verschreiben könnte, um den Druck zu senken. Er sagte auch, dass die Medikamente nicht für immer wirken würden und irgendwann eine Hodenentfernung in Betracht gezogen werden müsste.
Beteiligt am Geschlechtsakt, sich in ihrer konträren Wirkung ergänzend, sind die beiden Teile des Nervensystems gleichermassen, der Parasympathicus und der Sympathicus. Zuerst sorgt ersterer für die Erektion und hält diese aufrecht, bis letzterer, wie bei einem Stafettenlauf, den Stab übernimmt und die Ejakulation einleitet. Vermutlich war bei mir der Parasympathicus stärker ausgeprägt als der Sympathicus. Dies schloss ich aus meiner lebhaften Verdauung.
Ich beschloss jedoch, die Medikamente zu nehmen und abzuwarten und zu sehen, ob sie funktionieren würden. Die Medikamente halfen tatsächlich ein bisschen, aber nach ein paar Monaten merkte ich, dass sie nicht mehr so wirkten wie früher. Also beschloss ich erneut,den Arzt aufzusuchen und ihm von meinen Problemen zu erzählen. Er sagte mir, dass die Medikamente nicht länger funktionierten und er mir riet, mich operieren zu lassen.
Und so wunderte mich nicht, dass ich, respektive mein Nervensystem, aufgrund dieses Missverhältnisses, an diesem fein austarierten Balanceakt scheiterte. Bald sagte ich mich von den Etablissements wieder los, denn das Ausüben der Liebe, so stellte ich nach einem kurzen Kostenüberschlag fest, kam mich teurer zu stehen als die Beschaffung der medizinisches Literatur, deren klare Darstellungen mir tiefere Einsichten offenbarte als das groteske Gekeuche bei schummrigem Licht.
Ich stimmte schließlich zu und unterzog mich der Operation. Die Operation verlief gut und der Arzt sagte mir alles über die Nebenwirkungen der Hodenentfernung. Er sagte mir auch, dass ich keine weiteren Kinder bekommen könnte (was kein Problem für mich war). Nach der Operation fühlte ich mich großartig! Ich hatte keine Schmerzen oder Nebenwirkungen von den Medikamenten (die der Arzt mir verschrieb).
Alles lief reibungslos ab!
Heute, da diese niederträchtigen Produktion nachgelassen hat und meine Hoden nur noch harmlos herumbaumeln wie zwei niedliche Anhängsel, hege ich keinen Groll mehr gegen sie, streichle sie hin und wieder liebevoll. Wenn ich auf dem Plumpsklo sitze, der kalte Wind durch die Ritzen pfeift und meine Hoden umspielt, dann fühlt sich das erfrischend und belebend an und ich frage mich, wie lange es noch dauert, bis sich wohlbetuchte Städter Windmaschinen in ihre Toiletten einbauen lassen, um dieses Naturerlebnis zu Hause nachempfinden zu können.
Aber jetzt ist alles anders … Mein Sexleben ist völlig anders! Wir haben immer noch Sex (meistens oral), aber es ist nicht so aufregend wie früher … Es ist fast so, als ob es gar keinen Sex gibt! Ich bin froh über die Entscheidung des Arztes , mich operieren zu lassen … Aber manchmal denke ich an die guten Zeiten zurück …
Seis drum, jedenfalls haben wir uns schliesslich doch noch versöhnt, meine Hoden und ich.